Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Frau Dr. Ruth Leiserowitz

Frau Dr. Leiserowitz wurde das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bild vergrößern Dr. Ruth Leiserowitz und der Deutsche Botschafter in Polen, Rolf Nickel (© Deutsche Botschaft Warschau)

Am 24.02.2015 händigte Botschafter Rolf Nikel der stellvertretenden Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau, Frau Dr. Ruth Leiserowitz, das von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.

Im Beisein von Familie, Kollegen und Weggefährten der zahlreichen Stationen ihres wissenschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements würdigte Botschafter Nikel die besonderen Verdienste von Frau Dr. Leiserowitz um Frieden und Wahrhaftigkeit – vor und nach 1989 in der Opposition zum Regime in der DDR und in den Beziehungen Deutschlands zu Polen und Litauen.

Frau Dr. Leiserowitz prägt seit 1999 das Thomas-Mann-Kulturzentrum in Nidden im litauischen Teil der Kurischen Nehrung, eines Leuchtturmes der deutschen Bemühungen um kulturellen Dialog im baltischen Raum, entscheidend mit. Sie zeichnet dabei maßgeblich für die Durchführung des Internationalen Thomas-Mann-Kulturfestivals und die Herausgabe der „Niddener Hefte“ verantwortlich.

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2004 rief Frau Dr. Leiserowitz den Verein „Juden in Ostpreußen“ ins Leben. Dieser nimmt eine Brückenfunktion zwischen den weltweit verstreut lebenden Nachfahren der jüdischen Bevölkerung Ostpreußens und den dort jetzt ansässigen Menschen ein. Es ist wesentlich Frau Dr. Leiserowitz zu danken, dass eine Reihe von Ausstellungen zum Leben der jüdischen Bevölkerung, namentlich von Memel und Tilsit, in Litauen, Deutschland und dem Kalinigrader Oblast gezeigt werden konnten, und Frau Dr. Leiserowitz engagiert sich weltweit durch Vorträge zum jüdischen Leben in Ostpreußen.

Bis in die 90iger Jahre waren die sog. „Wolfskinder“, bei Kriegsende und in der Nachkriegszeit im Baltikum verschollene deutsche Kinder, ein nahezu unbekanntes Thema. Frau Dr. Leiserowitz leistete dazu wissenschaftliche Pionierarbeit, aus der zwei eigene Veröffentlichungen entstanden – „Wolfskinder. Grenzgänger an der Memel“ und „Von Ostpreußen nach Kyritz. Wolfskinder im Land Brandenburg“ – sowie dann, dank ihrer Beratung, eine Reihe von Fernsehproduktionen. Diese Veröffentlichungen gaben entscheidende Anstöße zur Aufarbeitung des tragischen Schicksals der Wolfskinder, namentlich dazu, dass sie in Litauen anerkannt werden und eine Zusatzrente erhalten. Frau Dr. Leiserowitz machte, u.a. durch Gutachten, Familienzusammenführungen möglich und half bei der Rekonstruktion von Identitäten.

Seit 2009 prägt Frau Dr. Leiserowitz als stellvertretende Direktorin die Arbeit des Deutschen Historischen Instituts in Warschau mit und trägt auch damit – neben ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement – die deutsch-polnische Freundschaft im wissenschaftlichen Bereich mit.

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